Erweiterter AEB mit RCPano

Der AEB Modus ist entweder für HDR Aufnahmen gedacht oder um aus einer Reihe von Belichtungen das beste Bild auszuwählen. Hierzu wird jede Szene mehrfach mit unterschiedlichen Belichtungswerten (EV) aufgenommen. Normalerweise ist der Fotograf nahezu frei in der Auswahl dieser Werte. Seit Mitte 2017 erlaub DJI in seiner Firmware nur noch EV Werte von ±0,7 EV, was für 360º Panoramen zu wenig ist, wenn die Sonne im Bild ist. RCPano umgeht diese Restriktion.

Bei Weidenhausen

Wenn Sie einen EV Wert von ±0,7 wählen, wird die in der Firmware der Drone eingebaute Aufnahmemethode verwendet. Die Aufnahmen werden mit einem Befehl in schneller Reihenfolge gemacht und sind meistens (abhängig vom Wind) dazu geeignet, ohne große Probleme in einem HDR Programm weiterverarbeitet zu werden. Deshalb ist der ±0.7 Button grün gefärbt.

Sie können mit dem erweiterten AEB aber auch andere EV Werte bis zu ±3,0 verwenden. In diesem Fall errechnet RCPano die günstigsten Belichtungs- und ISO-Werte, wobei darauf geachtet wird, die Belichtung nicht zu lange werden zu lassen, um Unschärfen zu vermeiden. Mit jedem der errechneten Werte wird von der Kamera eine Aufnahme gemacht.

Wahrscheinlich werden Sie diese Aufnahmen nicht in einem HDR Programm nutzen können, es sei denn, das Programm hat einen sehr guten Algorithmus zu Ausrichtung der Bilder. Es liegt einfach zu viel Zeit zwischen den Aufnahmen, weil für jede Aufnahme die Kamera neu eingestellt werden muss. Sie können aber aus den einzelnen Bildern diejenigen auswählen, die für Ihr Panorama genutzt werden sollen. Wenn Sie im RAW-Format aufnehmen (was Sie tun sollten), können Sie z.B. mit Photoshop oder Gimp die Bilder so nachbearbeiten, dass sie sich perfekt in Ihr Panorama einfügen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Ein paar Tips zur Arbeit mit dem erweiterten AEB:

  • Nehmen Sie in RAW auf. Nur so können Sie in der Aufnahme, die Sie für das Panorama auswählen, Lichter abblenden oder Schatten aufhellen. Bei JPEG Aufnahmen gelingt dies nur mit mangelhaftem Ergebnis.
  • Nehmen Sie mit dem manuellen Modus auf. Um die Belichtung zu messen, drehen Sie den Copter so, dass die Sonne rechts oder links vom Copter steht. Starten Sie mit ISO 100 und einer Belichtung, die der Umgebung entspricht.
  • Programm (P) oder Zeitmodus (TV) sind möglich, allerdings nur bis zu maximal ±3,0 EV insgesamt.
  • Selbst bei guten Wetterbedingungen dauert die Erstellung der Aufnahmen länger, weil vor jeder Aufnahme erneut die Kamera eingestellt werden muss. Bei fünf Bildern pro Szene müssen Sie bei besten Bedingungen mit ca. 10 Minuten Dauer für die Erstellung des Panoramas rechnen. Dies liegt nicht an RCPano, sondern an der Dauer für die Einstellung der Parameter in der Firmware des Multicopters. Starten Sie immer mit einem vollen Akku.
  • Nachdem die erste Aufnahme gemacht ist, schwebt der Copter und erhält keine Befehle mehr zur Justierung der Position. Wenn Ihr Copter schlecht kalibriert ist und zum Driften neigt, wird entweder das Panorama abgebrochen oder das Zusammenfügen einzelner Aufnahmen der Szene noch schwerer. Fliegen Sie nur mit gut kalibriertem Werkzeug. Verwenden Sie keinen Spark.
  • Wenn der von Ihnen gewünschte EV Wert nicht realisierbar ist (auch die Hardware von DJI hat ihre Grenzen), wird eine Fehlermeldung ausgegeben. Wählen Sie einen anderen EV Wert oder justieren Sie die Belichtung neu.

Ein mit dieser Technik aufgenommenes Panorama finden Sie in unseren Beispielen. Es wurden aus 42 Metern Höhe insgesamt 21 mal drei Aufnahmen im manuellen Modus und einem EV von ±2,0 gemacht. Bei relativ wenig Wind hat die Erstellung der Aufnahmen mit dem MavicPro ca. 8 Minuten benötigt. Es wurden keine HDR Aufnahmen zusammengesetzt, sondern das jeweils am besten belichtete Bild für die Position verwendet. Natürlich wurden die Bilder in RAW aufgenommen und die Belichtung konnte in der Nachbearbeitung angepasst werden.